Für  BERLIN von Stalin

 

1.

Berlin

Deutschland

Februar 1953

Der Tag war ausnehmend scheußlich, der dichte Nebel wich allmählich dem Nieselregen, der die Sichtweite stark einengte. Auf dem großen, von Hausruinen eingefassten Hof hielten vier Lkws an. Zwei davon hatten total zugebaute Kästen, die beiden anderen waren reichlich beladen, unter der Plane sah man eine recht große Ladung und zwei Kranarme durchschimmern. Als die Motoren verstummten, sprangen sieben mit Maschinenpistolen bewaffnete Männer aus den Fahrerhäusern. Jeder Lauf war mit einem Schalldämpfer bestückt. Sie rannten blitzschnell in die Ruinen und umsäumten das ganze Gelände. Schließlich kam noch einer heraus. Er hatte, wie die anderen einen Ledermantel an, war jedoch unbewaffnet und im stark vorgerückten Alter. Ein typischer Soldat. Er sah sich um, horchte kurz auf und öffnete dann die Hintertür des Lkw-Aufbaus.

„Genossen! Aussteigen! Die Arbeit wartet” – rief er auf Polnisch, aber mit russischem Akzent. Er war offensichtlich der Befehlshaber hier.

Aus dem Lkw sprangen vier junge Burschen in Arbeitsoveralls und warmen Kutten. Nach kurzem Aufwärmen und Muskelstrecken stellten sie sich diszipliniert in einer Reihe auf.

Der Soldat zog einen beträchtlichen Flachmann aus der Brustflaschen und gönnte sich einen kräftigen Schluck.

„Macht euch warm” – keuchte er und reichte die Flasche dem Ersten in der Reihe. Während die Männer den Trank genossen, erklärte er ihnen, was sie zu tun hätten.

„Genossen! Wir schaffen die Maschine in diese Höhle” – er wies auf das bislang kaum sichtbare, betonierte runde Loch in der Mitte des Platzes. „Wir montieren, testen und decken es ab. Wir müssen damit fertig werden, bevor es hell wird, keiner darf sehen, welche Scheiße wir ihnen andrehen. Wenn ihr fertig seid gehen wir ins Freudenhaus!

Die Männer jubelten und gingen zügig an die Arbeit. Sie ließen die Motoren an und befestigten die Seile an den Kränen. Der Soldat nahm die Werkzeugkiste und stieg die Leiter herunter.

„Jurek!” – einer der Arbeiter blickte zum Soldaten hin. „Stell den Tisch mit dem Essen und Trinken auf und komm dann zu mir. Du hilft mir beim montieren.

Nach einigen Stunden waren sechs Teile der Maschine montiert und ähnelten einem Seestern. Oben stand in goldenen Lettern die stolze Aufschrift:

Für

BERLIN

von

Stalin

Die Lkw-Motoren schwiegen und alle Arbeiter, bis auf Jurek, setzten sich an den Tisch.

Der Sołdat öffnete die Klappe einer der mit dem Gerät integrierten Kisten und begann das Kabel auf die Trommel aufzuwickeln.

„Siehst du den Rohrausgang” – fragte er Jurek und wies auf die Öffnung in der Betonwand hin. „Steck die Antenne hinein, bis sie voll drin ist. Nur vorsichtig, wenn sie reißt, fliegen wir alle in die Luft. Und das wollen wir doch nicht, stimmt’s?”

„Stimmt!” – entgegnete Jurek.

In diesem Moment hörte man einen Motor aufjaulen und auf den Hof raste ein Jeep der amerikanischen Militärpolizei. Aus dem Fahrzeug sprangen drei Gendarmen mit schussbereiten Thomson-Maschinenpistolen.

Die feiernden Arbeiter schauten sie mit geöffneten Mündern an. Der Sołdat und Jurek erstarrten, sie waren unten und wussten nicht, was los ist.

Einer der Gendarmen sah sich um, die in den Ruinen versteckten Wachen konnte er wegen des Nebels nicht sehen. Er warf einen Blick in den geöffneten Lkw-Kasten hinein. Ein anderer trat an den Tisch.

„You work on Sunday?” – fragte er misstrauisch.

„Wie bitte?” – murmelte einer der Arbeiter.

– What are you doing here? – wollte der Gendarm wissen.

Die Männer schauten einander stumpfsinnig und hilflos an. Einer von ihnen stand auf, taumelte, nahm die Flasche und hielt sie dem Gendarmen unter die Nase. .

„Willst du einen Schluck?” – stammelte er.

„Captain!” – rief der erste Gendarm. „They live here!”

„Poor Czechs” – der Captain verzog angeekelt den Mund und winkte seine Leute zurück in den Jeep.

Sołdat und Jurek atmeten in ihrer Höhle erleichtert auf.

Als sie das Kabel endlich im Rohr hatten, öffnete der Sołdat die nächste Tür. An der Wand befanden sich ein Kurzwellenmikro, eine Kurbel, ein kleines Paket, eine Taste, zwei kleine Glühbirnen und eine Öffnung. Der Sołdat nahm die Kurbel, steckte sie in die Öffnung und machte energisch mehrere Drehungen. Die beiden Birnen flackerten und als sie ganz aufleuchteten, drückte er die Taste und meldete mit ruhiger Stimme:

„Die Eier sind im Nest, die Eier sind im Nest, die Eier sind im Nest…

Bevor er fertig wurde, ging eine der Glühbirnen aus.

„Rabota majej schisni sawierschena” – flüsterte er vor sich hin. Sein Gesicht überzog ein triumphierendes Lächeln und kurz darauf ein zuckte es im schmerzlichen Krampf. Seitdem Jurek ihn kannte, war er immer angetütert. Er soff an einem Stück und Jurek schöpfte schon lange den Verdacht, dass er mit dem Alkohol irgendeinem unerträglichen Schmerz lindern will.


Jurek hat das Geflüster jedoch mitbekommen und die Konsequenzen dessen, das der Soldat gerade sein Lebenswerk vollbrachte, wurden ihm sofort klar – sie werden keine Zeugen hinterlassen! Er ließ sich aber nichts anmerken.

Der Soldat zog die Kurbel aus dem Loch, legte das Päckchen hinein und zündete es an. Nach kurzem Glimmen entfachte das Päckchen blendendes Licht. Die Öffnung war nun zugeschmolzen und verformt.

„Was ist das?” – fragte Jurek erschrocken.

„Thermit, ich habe damit das Loch zugeschweißt.”

„Das weiß ich, aber was ist das für ein Gerät?”

Das Gesicht des Soldaten erstarrte kurz, als wollte er in Jähzorn ausbrechen, dann sagte er jedoch heiter:

„Was soll’s!? Jetzt kann ich es dir sagen – das ist ihre Wunderwaffe. Sie haben sie gerade zurückgekriegt… ha ha ha ha!!! – lachte er laut/ „ist das nicht eine wunderbare Schicksalsfügung, dass sie durch die Waffe verrecken, die sie für uns bereithielten? Wenn der Genosse Stalin nur vergisst, rechtzeitig auf die Taste zu drücken, dann…” Er unterbrach, wurde für eine Weile nachdenklich. Schließlich sagte er erbebend: „Bum und… Berlin ist futsch.”

Er wurde wieder nachdenklich und sein Gesicht strahlte vor Behagen.

„Na, gut. Machen wir hier Schluss, gute Arbeit, guter Lohn!” – sagte er und kletterte die Leiter hoch.

„Genossen! Es ist höchste Zeit, Schluss zu machen. Wir schütten den Sarkophag zu.

„Und du” – wandte er sich an Jurek, der noch unten war – „komm raus und helfe deinen Kollegen. Bring den Werkzeugkasten in den Wagen.”

Der Sołdat wartete, bis Jurek hochklettert, dann setzte er sich an den Tisch und begann zu trinken. Deswegen bemerkte er nicht, dass Jurek die Feile zwischen Zeitungsblättern versteckt.

2.

Deutschland

Erzgebirge

Gegenwart

Der Bus kletterte langsam, mühevoll, mit Motorklappern den dicht bewachsenen, kaum sichtbaren Waldweg hoch. Die herunterhängenden Baumäste peitschten gnadenlos das am Dach befestigte aus speziellem Kunststoff gefertigte Floß. Das Fahrzeug hielt und sechs junge, etwa zwanzigjährige Menschen stürmten hinaus.

„Passt auf, wir stehen direkt am Rand” – warnte Lukas die anderen.

„Wieso? Wo denn?” – Alexander sah sich erstaunt um, weil weit und breit nur Gebüsch und Bäume zu sehen waren.

Lukas lächelte, machte ein paar Schritte nach Vorn und zertrat das Gebüsch. Die anderen kamen hinterher und bleiben entzückt stehen. Der Blick war atemberaubend. Sie standen am Rand eines tiefen Steinbruchs mit senkrechten Wänden, voller Spalten und Einbuchtungen, die die Keilhauen der Steinbrucharbeiter hinterlassen haben. Über 20 Meter tiefer schimmerte in der Dämmerung der kaum sichtbare, dunkle Wasserspiegel.

„Das ist ja Wahnsinn” – rief Fabian. „Die Wände eignen sich ideal zum Klettern.”

„Sie sind fantastisch! Aber… wie tief mag das Wasser hier sein?” – Lisa war sichtlich beunruhigt.

„Ja!” – entgegnete Lukas triumphierend. „Dafür haben wir doch das Floß und die Atemregler mit.”

„Ich tauche nicht!” – warnte Lisa sofort. „Mich interessiert nur Bergsteigen.”

„Das wissen wir doch! Du und Alexander bleibt oben. Ihr sichert und ab. Also los, wir sichern das Gelände und steigen herunter!” – kommandierte Lukas.

Sie lösten das Floß vom Dach, befestigten es an den Seilen und ließen es auf das Wasser herunter. Die Jungs zogen Tauchanzuge an und die Madchen, die das Gepäck aus dem Auto holten, haben sich nicht die Gelegenheit entgehen lassen, ihre Freunde zu beäugen, als sie für einen Moment splitternackt dastanden.

Zuerst rutschten Fabian und Lukas runter, Alexander ließ ihnen das Tauchzeug zukommen, dann kamen Nina und Sara dran.

„Wer taucht zuerst?” – fragte Fabian

„Vielleicht Sara und du?” – schlug Lukas vor.

Niemand protestierte, so befestigten Sara und Fabian ihre Atemregler auf und tauchten ins Wasser. Es war kristallrein, da es aber keine Sonnenstrahlen erreichten, war es unten völlig dunkel, als befänden sie sich in Tiefgewässern oder in Höhlen. Nur das Licht der wasserdichten Lampe von Lukas erhellte die Steinbruchwand. Sie stiegen, sich an dem am Floß befestigten Sicherungsseil festhaltend vorsichtig herunter. Tiefer und tiefer.

Der Grund lag fast 14 Meter tief. Er war uneben, abschüssig gegen Mitte, voller riesiger Steine und allerhand schlammiger Pflanzenreste, die jahrelang hinab fielen.

Fabian zeigte, dass er zur Mitte des Beckens schwimmen möchte. Sara nickte einverstanden, so stießen sie sich mit den Beinen von der Steinwand ab, sie wollten den Grund näher erforschen. Leider ist durch die schnellen Bewegungen der Schwimmflöße der Schlamm vom Grund hochgestiegen und sie konnten kaum etwas sehen. Fabian fluchte leise. Plötzlich sahen sie einen großen Klumpen etwas. Als sie näher kamen, sahen sie, dass es das Hinterteil eines alten Lkw-Aufbaus war. Das Auto lag schräg, der Grund war hier teilweise noch abschüssiger. Fabian beschloss, Richtung Fahrerkabine zu tauchen. Er hielt sich an dem Aufbau fest und stieß sich ab. Ungewollt fasste er an die Tür, die verrosteten Scharniere platzten und der eine Türflügel fiel ab und sank tiefer ins Wasser. Aus dem Gehäuse kam sofort eine große Luftblase heraus, der durch die entstandene Strömung mehrere Gegenstände folgten. Fabian richtete spontan das Licht seiner Taschenlampe darauf und sah den entsetzten Blick Saras, die sofort panisch zu ruckeln begann und dann hastig zur Oberfläche schwamm.

Fabian stürzte ihr sofort nach, wollte sie aufhalten, er schaffte es aber nicht mehr. Erschrocken und hilflos sah er zu, wie das Mädchen hastig hoch schwamm.

Derweil befassten sich Lukas und Nina mit ganz anderen Sachen und vertrieben sich die Zeit angenehm. Sie schafften es sogar schon, aus ihren Tauchanzügen zu schlüpfen, schmusten und küssten sich innig, bis die aufsteigende Wasserbase die Liebkosungen unterbrach. Sie richteten sich auf und sahen allerlei kleine Gegenstände, die vom Grund aufstiegen und im Wasser schwammen. Sie kamen sofort auf die Erde und fingen an, sich in die Tauchanzüge zu zwängen. Bevor es ihnen jedoch gelang, tauchte Sara aus dem Wasser.

„Eine Leiche! Da unten ist eine Leiche!” – schrie sie panisch und schwamm Richtung Floß. „Holt mich raus! Da unten ist eine Lei…!”

Plötzlich wurde ihr Körper schlaff und sie sank ins Wasser. Lukas sprang sofort, um sie rauszuholen, aber da kam schon Fabian, der sie aus dem Wasser schob.

Nina half den beiden, Sara auf das Floß zu ziehen. Das Mädchen war bewusstlos.

„Mein Gott!” – Nina bebte vor Erregung. „Das sieht mir nach einem Barotrauma aus!”

„Sie war in Panik” – sagte Fabian. „Sicherlich hat sie vergessen, auszuatmen.”

– Alexander! Alexander! Wir haben hier einen Unfall! – rief er laut.

Alexander und Lisa erschienen sofort am Rand des Abgrunds. Auch splitternackt. Lukas befestigte die bewusstlose Sara, den sie tragenden Fabian und Nina am Klettergeschirr und gab ihnen unentwegt Anweisungen:

„Hört mir genau zu! Wenn ihr oben seid, ruft ihr sofort den Notruf an. Sie sollen sofort einen Rettungshubschrauber ins nächste Dorf schicken. Fahrt sofort hin, wartet nicht auf mich. Die seile sind gut befestigt, Nina hilft mir hoch. Unsere Kleidung, die Telefone und das Proviant lasst ihr hier. Holt uns erst ab, wenn Sara versorgt ist. Sie sollen sie sofort in eine Dekompressionskammer schaffen, dann überlebt sie. Verstanden?”

Fabian nickt und zog an dem Seil. Alexander schaltete den Aufzug ein und holte die drei hoch. Kurz darauf konnte Lukas Motorengeräusch vernehmen.

Lukas sah sich um. Sein Blick blieb an einer am Floß schwimmenden, alten, zugekorkten Flasche hängen. In der Flasche war etwas drin, sah wie ein Stück Papier aus. Er fischte die Flasche heraus und begann das Fundstück zu beäugen. Es sah nach einer alten Brauseflasche aus. Flaschen mit solchen Verschlüssen kannte er aus alten Filmen. Und er fand in der Tat ein Stück Papier darin, eigentlich ein Zeitungsstück. Als er genauer hinsah, merkte er, dass die Stellen zwischen dem Gedruckten und die Ränder mit Handschrift beschrieben sind. Ihn war sofort bewusst, dass der Fund etwas Besonderes ist. Er steckte die Flasche in die Tasche und begann, hochzuklettern. Dank Ninas Hilfe war er in wenigen Augenblicken oben.

Er breitete sofort eine Decke aus und machte die Flasche auf. Vorsichtig holte er den aus einigen kleinen Zeitungsstücken bestehenden Brief hinaus. Er breitete sie behutsam auf der Decke aus und neigte sich darüber, um sie genau zu betrachten.

„Die Zeitung ist deutsch, aber das Geschriebne ist glaube ich, tschechisch – sagte Nina. „Schau her! Hier steht ‚Wunderwaffen’.”

„Das ist kein Tschechisch, es ist Polnisch” – erklärte Lukas. Ich weiß schon, wem ich’s zeigen muss. Ich habe eine Bekannte, sie kann sehr gut Polnisch und ist zudem Investigativjournalistin!

Er griff nach seinem Handy, knipste ein Paar Fotos und suchte dann die Namensliste durch. Er tippte mit dem Finger auf das Foto eines hübschen Mädchens. Darunter stand ihr Name: Anna.

3.

Deutschland

Berlin

Gegenwart

Das auf dem Tisch, neben dem Eisbecher leigende Telefon begann leise zu summen. Ania griff ohne Eile danach, streichte ihr Haar nach hinten und nahm ab. .

„Was gibt’s?”

„Hallo, Anna!”

„Hallo, Lukas, lange nichts gehört! Bist du in Berlin?

„Nein… Im Moment steh ich mitten im Wald. Ich habe einen Toten in einem ehemaligen, überschwemmten Steinbruch gefunden und einen Brief vom 5. Februar 1953. Der Brief ist auf Polnisch, aber es gibt da auch ein Wort, das ich verstehe. Und zwar „Wunderwaffe.” Interessiert?”

„Spinn’ nicht rum! Klar doch. Her damit!”

„Du weißt aber, dass es bei mir nichts umsonst gibt” – lachte Lukas. „Du kriegst das Thema. Für ein Abendbrot mit einem Frühstück danach.”

„Pass’ nur auf” – Anna vernahm die Stimme einer anderen Frau. Es war Nina. Sie schlug Lukas leicht auf die Schulter und zog die Augenbrauen zusammen.

„Oh! Ich höre, du bist nicht allein. Ist sie hübsch?”

„Ihr seid beide hübsch” – er blickte freudestrahlend auf Nina, die ihm wieder einen leichten Hieb verpasste.

„Na dann, vielleicht eine flotter Dreier! Und unbedingt mit Rückenmassage” schlug Anna verführerischer Stimme vor.

„Ich frag sie gleich” – entgegnete Lukas und wandte sich fröhlich an Nina:

„Was meinst du zu einem flotten Dreier?”

Nina zwinkerte und tat, als würde sie scharf nachdenken.

„Wenn schon ein Vieleck, dann bitteschön ein Vierer! Ich bringe auch einen Freund mit.”

„Hast du’s gehört, Anna?”

„Ja. Ich hab’s noch nie probiert. Könnte aber interessant werden.” Anna schien die Idee zu gefallen. „Aber denke ja nicht, du kannst dich vor der Rückenmassage drücken!”

„OK, also, ausgemacht! Ich habe Fotos gemacht, du kriegst sie per E-Mail. Müsstest du eigentlich bereits haben.”

„Und könntest du mir auch den Brief per Kurier schicken?

„Klaro. Ich schicke ihn dir per Schaffnerpost mit dem Zug aus Dresden. Ich gebe ihn am Hauptbahnhof auf…” Er verlor den Faden, denn inzwischen begann Nina seinen Nacken sanft zu streicheln.

„Eeee… ich muss Schluss machen. Tschüß!


Lukas drückte sie schnell weg. Ania guckte etwas verblüfft auf ihr Handy. Sie platzte fast vor Neugierde, sie konnte aber hier nicht weg, da sie mit einer Mitarbeiterin der russischen Botschaft verabredet war. Im selben Moment trat eine ältere Frau an ihren Tisch.

„Ich war es, die sie anrief” – sagte sie, ohne ein Grußwort. Sie war sichtlich verängstigt, sah sich ständig und zitterte.